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"Grenzgänge:
Kunst + Medizin" Kunst. In der Strahlentherapie / Onkologie?
1968 erscheint im Du Mont Verlag ein bemerkenswerter
Katalog, der sich von anderen Publikationen zur Kunst erstaunlich
unterscheidet: "Der andere Blick. Heilswirkungen der Kunst heute."
Modellhaft vorgestellt wird in diesem Buch von den Herausgebern das
Engagement des Chirurgen Professor Gerhard Heinrich Ott, der Wegbereiter
war für die Idee, zeitgenössische Künstler für das Krankenhaus zu
gewinnen.
Die Beweggründe dafür waren von der Absicht getragen, die emotionale
Wirkung von Kunst zu nutzen als ein offenes Angebot an Patienten,
Besucher und Beschäftigte. Krankheit konfrontiert den Einzelnen mit
Fragen, die den persönlichen Lebensentwurf betreffen. Die Begegnung
mit Werken der Kunst kann eine solche innere Auseinandersetzung unterstützen,
wie Josef Beuys konstatierte: "Wovon wir aber ausgehen können ist,
dass Kunst und aus Kunst gewonnene Erkenntnisse ein rückfließendes
Element im Leben bilden."
Inzwischen ist die "Kunst im Krankenhaus" regelrecht zu einer Bewegung geworden. Aber Bemühungen um qualitativ hochwertige Ausstellungen sind immer noch die Ausnahme. Das ist nicht nur bedauerlich im Blick auf die Kunst, die im Krankenhaus ein breites Publikum aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen vorfindet, sondern auch im Blick auf das Krankenhaus selbst. Denn längst hat sich herumgesprochen, dass der Medizinbetrieb klassischer Prägung in einem Paradigmenwechsel steht:
Neben der Behandlung von Krankheiten spielt der Aspekt der Förderung
von Gesundheit und Lebensqualität eine wachsende Rolle. Das Krankenhaus
heute ist auf all jene lebensbejahenden Impulse angewiesen, die auch
unserem normalen Alltagsleben Sinn und Gehalt geben: Kommunikation
und Geborgenheit, Begegnung mit Kunst und Teilnahme an Kultur. Das
Krankenhaus will sich heute nicht länger ausgrenzen, es will wahrgenommen
werden, als Einrichtung innerhalb der Gesellschaft.
Die positiven Erfahrungen, die wir in der Klinik für Strahlentherapie
mit den bisher durchgeführten Kunstausstellungen und der ständigen
Sammlung gemacht haben, ermutigen uns, das Projekt "kulturImpulse
in der Strahlentherapie" fortzusetzen.
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